Der Bus

1977 ersetzt Daimler-Benz die früheren Hanomag-Transporter durch ein neues Modell: nach seiner Herkunft intern als ‚Bremer Transporter’ oder kurz "Bremer" bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind ‚T1’ oder ‚TN’ einem Kürzel für "Transporter neu". Die Verkaufsbezeichung ist Mercedes-Benz 207D. Wie bei seinem Vorgänger ist der Motor vorne unter einer kurzen Haube untergebracht und ragt ein Stück in die Kabine hinein, der Antrieb erfolgt auf die Hinterachse. Im Unterschied zum Vorgänger mit Rohrrahmen verfügen die geschlossenen Aufbauten jetzt über eine Verbundbauweise aus einem verwindungssteifen Bodenrahmen und einem mittragenden Aufbau. Das Fahrwerk hat vorne und hinten blattgefederte Starrachsen. Als erstes Nutzfahrzeug von Mercedes verfügt der ‚Bremer’ über schräge Fenstersimse im Fahrerhaus, dies wird bei vielen späteren Modellen der Transporter- und LKW-Sparte übernommen. Der Motor der ersten Baureihe des Mercedes 207D verfügt über 2,4 Liter Hubraum und 48kw (65PS). Daraus resultiert bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen ein eher mäßiges Temperament. Auf der anderen Seite sind die hohen Laufleistungen des Motors legendär, als ‚Vielstoffmotor’ verbrennt dieser zur Not angeblich auch Pflanzenöl und ein langfristig ermittelter Durchschnittverbrauch von 10,4 Liter Diesel auf 100km sind in Anbetracht der Fahrzeuggröße akzeptabel. Insgesamt wurden von 1977 bis 1995 ca. 970.000 Exemplare produziert, die ersten Jahre in Bremen, später in Düsseldorf.

Der Ausbau

Von Westfalia stammt der ‚James Cook’ genannte Ausbau zum Campingfahrzeug. 1977 war eine vollwertige Nasszelle aus Kunststoff mit einer Warmwasseranlage ein Novum. In dem kleinen ‚Badezimmer’ lässt sich auch ein Porta Porti gut unterbringen. Die ersten Warmwassererhitzer waren Durchlauf-Gasthermen wie sie damals auch noch in manchen Wohnungen zu finden waren. Zwischenzeitlich sind diese Thermen mit offener Gasflamme in Fahrzeugen nicht mehr erlaubt. Die alten Geräte haben zwar einen theoretischen Bestandsschutz, mir ist jedoch kein JC bekannt, bei dem die Therme noch funktioniert. Es bleibt die Umrüstung auf ein anderes System, oder die Warmwassererzeugung mittels des 2-Flammen-Gasherdes. Neben diesem verfügt der James Cook über einen Gaskühlschrank, der während der Fahrt auch von der Lichtmaschine mit 12V versorgt und im Stand von außen über eine 220V Steckdose angeschlossen werden kann. Über die Außensteckdose kann auch die Fahrzeug- sowie die Bordbatterie geladen werden.

 

An kalten Tagen sorgt eine Webasto Gas-Standheizung für Wärme, welche sich über einen Thermostat auf die Wunschtemperatur regeln lässt. Für die Qualität der verwendeten Bauteile spricht, dass bei unserem Modell alles nach 30 Jahren noch funktioniert.

Die Wasserversorgung erfolgt mittels eines – in der damaligen Campingszene nicht selbstverständlichen – geschlossenen Systems mit 100 Liter Frischwasser- und Abwassertank. Der bei manchen Bussen übliche Eimer unter dem Fahrzeug erübrigt sich somit.

4 Personen können theoretisch im James Cook nächtigen: unter dem großen Hochdach (die Fahrzeughöhe misst 2,90m) kann ein Bett mit den Maßen 1,40 x 1,90 ausgeklappt werden. Die Liegehöhe ist jedoch bescheiden und der Weg ins Hochbett  etwas beschwerlich. Ganz anders hingegen die unteren Schlafplätze: aus den beiden längs stehenden Sitzreihen lässt sich schnell ein großzügiges und bequemes Doppelbett (1,60 x 2,00 Meter) aufklappen. Unter den beiden Sitzbänken befinden sich der Frischwassertank mit E-Pumpe, die Standheizung sowie die Wohnraumbatterie und recht viel Stauplatz. Diesen gibt es auch in 6 offenen Wandfächern über den Seitenfenstern, einem Garderobenschrank sowie drei weiteren verschließbaren Wandschränken. Die vier wärmeisolierenden Seitenfenster verfügen über Thermorollos, weitere Frischluftzufuhr gibt es über zwei aufklappbare Dachluken. Licht gibt von insgesamt nicht weniger als 10 (!) Leuchten: 6 befinden sich über den Sitzbänken, 2 am Dachbett und jeweils eine an der Hecktüre und im ‚Badezimmer’. Das Design der Innenausstattung kann sich auch  heute noch sehen lassen, die verwendeten Materialien sind hochwertig und wurden gut verarbeitet – nicht zuletzt deshalb sind nach so vielen Jahren noch einige ‚James Cooks’ der ersten Baureihe auf den Straßen zu sehen. Wir haben ihm ein eigenes Fotoalbum gewidmet.