Wir haben unsere Korsika-Rundreise gegen den Uhrzeigersinn vorgenommen. Der Vorteil: man ist mit seiner Fahrbahn immer an der Küste und sieht dadurch mehr. Der Nachteil: man ist mit seiner Fahrbahn auch nahe an der Steilküste, der Beifahrer sieht vielleicht mehr, als ihm lieb ist und bei knappen Ausweichmanövern auf engsten Straßen steigt auch der Puls der Fahrers mitunter ein wenig an ;-) 

Erste Übernachtung nördlich vom Fährhafen Bastia: Campingplatz La Pietra in Pietracorbara. Freundliche, junge Betreiber, sehr sauber, hübscher Pool, mit knapp 30€ für unseren Geschmack jedoch etwas zu teuer.

Campingplatz La Pietra

 

In Tollare (nördlichster Punkt auf Cap Corse) steht man super direkt am Meer. Morgens werden dafür 10€ kassiert. Als Service gibt es lediglich einen Brunnen mit Wasserhahn, manchmal kommen fliegende Händler (Bäcker, Metzger) vorbei. Vom Stellplatz aus gibt es schöne Küstenwanderwege.

 

Der offizielle Stellplatz in Marine d'Albo an der Westküste von Cap Corse ist teilweise staubig. Der schöne Kieselstrand ist nur 200m entfernt, abends kassierte man 5€. Es gab dort die einzige öffentliche Ver- und Entsorgungsstation, der wir auf Korsika entdeckt haben. Leider war sie defekt.

 

 

'Marie de Lumino'. Schöner Stellplatz in der Bucht von Calvi, direkt am Meer - allerdings mit dem weit verbreiteten Campingverbothinweis. Die vorbeikommende Polizei war jedoch freundlich und hatte auf meine Anfrage keine Probleme mit unserem Campingbus. Später kam jedoch irgendein junger Knilch vorbeigerauscht und blöckte sehr agressiv 'no camping, no camping!!' Naja, wir blieben 2 Nächte.

 

In Galeria hat man die Wahl zwischen einem offiziellen Wohnmobilstellplatz, ohne irgendwelchen Service und ohne Strandzugang für 15€ pro Nacht oder einem Campingplatz - alles andere ist mit Campingverbotsschilder zugepflastert. Wir entschieden uns für den Campingplatz 'Ideal' für 20€ incl. Strom sowie Ver- und Entsorgung. Nur 300m bis zum Strand, viel Schattenplätze. Die Sanitäranlagen sind etwas vernachlässigt die Platzverwalter sind recht unfreundlich.

 

An der Westküste Korsika's liegt der 'Plage de Caspio' mit 2 Strandrestaurants. Der dortige Betreiber hatte nichts gegen Campingmobile, wir blieben 2 Nächte.

 

Auch am Plage de Bussaglia gab es keine Probleme mit Camping, trotz der üblichen Verbotsschilder. Die Bucht ist toll, das fanden auch einige andere Camper.

 

An der wunderschönen Bucht von Cupabia, zwischen Ajaccio und Propriano, gibt es für Camper genau 2 Möglichkeiten: den Campingplatz 'Cala di Cupabia' oder weiterfahren, wegen extremer Wohnmobilverbotsschilderverbreitung. Vermutlich deshalb braucht sich der Campingplatz keine grosse Mühe geben: dort war es gut voll trotz der versifftesten Sanitäranlage, die ich je gesehen habe. Dazu noch eingeschränkte Duschzeiten (nur kalt) mit Überwachung, Verbot der Nutzung von eigenem Toilettenpapier ('dieses muss im Campingplatzshop gekauft werden') etc. Kosten: 22,40€ ohne Strom. Schade, die Bucht ist wirklich schön.

 

An der Ostküste bei Mignataja: der Plage Quercioni. Netter Platz, zum Strand sind es 200m. Trotz eingeschränkten Campingsverbotsschild hatte dort niemand was gegen uns. Auch nicht der korsische Jägersmann, der um halb 6 morgens mit seinem Pickup angebraust kam, ausgestattet mit kompletten Tarnanzug, Jagdhunden und mächtiger Knarre. Nach kurzem Ausleuchten unseres Busses mittels Taschenlampe widmete er sich der Entenjagd. Wir blieben 2 Nächte :-)

 

Am Fuße des Monte Renoso der Parkplatz Capannelle in 1640m Höhe. Klasse Lage in den Bergen mit Sicht bis zur Küste! Beim Frühstück am nächsten Tag kam ein sehr schlecht gelaunter Korse angerauscht, der lautstark verkündete, dass Übernachten maximal für 1 Nacht erlaubt und Camping verboten. Naja, wir wären sowieso weitergefahren. Ich habe dem Alten noch einen schönen Tag gewünscht, vielleicht hat's ja was genutzt.

 

Im gesamten Restonica-Tal ist absolutes Campingverbot, Schilder hierzu gibt es reichlich. Also wieder ein Campingplatz: Camp Tuani ist wirklich nett gelegen mit Stellplätzen direkt am Fluss, die Sanitäranlagen sind alt aber werden sauber gehalten. In der Umgebung schöne Wandermöglichkeiten. Kosten pro Nacht: 23,40€, Strom gibt es dort aber nicht mal gegen Geld. Uns hat der Platz an Campgrounds in den USA-Nationalparks erinnert. Empfehlenswert.

 

Der Parkplatz am Cap du Sud bietet sich für eine letzte oder erste Übernachtung in Korsika an, da er nur eine knappe Fahrstunde vom Fährhafen Bastia in südlicher Richtung entfernt ist. Es war dort erstaunlich wenig los, der Platz liegt direkt an einem Naturschutzgebiet mit großen Wacholderbäumen, zum Stand sind es 100m. Es gibt außer ein paar Mülltonnen und einem Strandrestaurant keinerlei Infrastruktur, die naheliegende Feriensiedlung war im September verlassen.